Der Informationskrieg

Nicht erst seit dem Kampf zwischen Trump und Twitter ist klar, dass wir uns in einem Informationskrieg befinden. Wer die Hoheit über die Informationen hat, bestimmt wie die Menschen handeln werden. Noam Chomsky’s grandioses Buch Manufacturing Consent erstellt die These, dass ein paar wenige, jedoch entscheidende Personen und Organisationen dafür verantwortlich sind, was die Mehrheit der Menschen an Informationen erhalten.

Anhand der These von Chomsky braucht es keine grosse Verschwörung, um gewisse Teile der Wahrheit hervorzuheben und andere Teile der Wahrheit komplett zu unterdrücken. Es genügt, wenn die wichtigsten Elemente, sogenannte Gatekeeper, die Informationen so kommunizieren, wie sie wollen. Alle restlichen Medien und Organisationen nehmen diese Vorgaben gerne auf. Es entsteht ein Gruppendruck, da andersartige und unerwünschte Stimmen sofort vehement bekämpft werden.

Den Konsensus, den Narrative, die offizielle Geschichte zu verbreiten und zu kommentieren ist ohne Repressalien möglich. Hier kann man sich profilieren. Man fühlt sich wohl in seiner Bubble. Man zitiert sich gegenseitig. Man überhäuft sich selbst mit Preisen und Lobhudeleien. Relotius ist ein gutes Beispiel dafür.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der die heutige Medienlandschaft besser verstehen will.

Was Chomsky nicht vorausgesehen hat ist, dass es heute jedem möglich ist, seine Stimme hören zu lassen. Außerhalb des Mainstream und der großen Sozialen Medien entsteht eine große Meinungsvielfalt. Diese wird denunziert und bekämpft, zensuriert und kontrolliert. Deswegen ist es wichtig, dass wir unsere eigenen Sprachrohre, unseren eigenen Plattformen entwickeln und fördern.

Beim Informationskrieg stehen wir in der ersten Reihe.

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